Häufig gestellte Fragen

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Häufig gestellte Fragen

1. Wie viele Ersthelfer muss ich als Arbeitgeber ausbilden lassen? Wie sieht die Ausbildung aus?

  • Bei 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten: ein Ersthelfer
    Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten: in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5%, in sonstigen Betrieben 10%

2. Wie viele Mitarbeiter muss ich mit dem Umgang von Feuerlöscheinrichtungen vertraut machen?

  • Die Zahl der Mitarbeiter ist nicht genau definiert. Die Vorschrift DGUV Vorschrift 1 sagt:
    Der Unternehmer hat eine ausreichende Anzahl von Versicherten durch Unterweisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen.

    Als Faustregel könnte gelten, dass 15% der anwesenden Versicherten pro Schicht im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen vertraut zu machen sind.

3. Welche Unfälle muss ich der Berufsgenossenschaft melden?

  • Die Anzeige ist zu erstatten, wenn ein Arbeitsunfall oder ein Wegunfall (z.B. Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte) eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Kalendertagen oder den Tod eines Versicherten zur Folge hat.

    Tödliche Unfälle, Massenunfälle und Unfälle mit schwerwiegenden Gesundheitsschäden sind sofort dem zuständigen Unfallversicherungsträger und bei Unternehmen, die der allgemeinen Arbeitsschutzaufsicht oder der bergbehördlichen Aufsicht unterliegen, auch der für den Arbeitsschutz zuständigen Landesbehörde bzw. der unteren Bergbehörde zu melden (Telefon, Fax, E-Mail).

4. Müssen sich meine Mitarbeiter arbeitsmedizinisch untersuchen lassen?

  • Arbeitsmedizinische Untersuchungen werden unterteilt in Soll- und Muss-Untersuchungen. Für manche Bereiche bzw. Tätigkeiten sind spezielle Untersuchungen explizit vorgeschrieben (Muss-Untersuchungen). Hier besteht eine Teilnahmepflicht für den Arbeitsnehmer.

    In manchen Bereichen sollen Untersuchungen von Arbeitgebern angeboten werden (Soll-Untersuchungen). Eine Pflicht zur Teilnahme besteht für den Arbeitnehmer in diesen Fällen zwar nicht, ist aber zu empfehlen.

5. Warum muss ich eine Verletzung in das Erste-Hilfe-Buch eintragen?

  • Alle-Erste-Hilfe-Leistungen, dazu zählen auch Behandlungen von Kleinverletzungen, sind zu dokumentieren und 5 Jahre lang aufzubewahren.

    Dieses dient als Nachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft, dass eine Verletzung und eventuell daraus resultierende Folgeschäden im Unternehmen entstanden sind. Ansonsten kann die Berufsgenossenschaft die Leistungen verweigern.

6. Zu welchem Arzt schicke ich meine Mitarbeiter nach einem Arbeitsunfall?

  • Verletzte müssen einem Durchgangsarzt vorgestellt werden.

    Ausnahme:
    Der erstbehandelnde Arzt hat festgestellt, dass die Verletzung nicht über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraussichtlich nicht mehr als eine Woche beträgt.

7. Muss ich eine Gefährdungsanalyse machen, obwohl keine Gefährdungen vorhanden sind?

  • Gewerbliche Tätigkeiten ohne Gefährdungen gibt es nicht!

    Auch bei z.B. reiner Bildschirmarbeit sind Gefährdungen vorhanden. Sie müssen durch den Arbeitgeber beurteilt und dokumentiert werden.
    (ArbSchG)

8. Wie oft muss ich meine Mitarbeiter unterweisen?

  • Der Unternehmer hat die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit Ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung, entsprechend § 12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz sowie bei einer Arbeitnehmerüberlassung entsprechend § 12 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz zu unterweisen.

    Die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen. Sie muss dokumentiert werden.

9. Beinhaltet die arbeitsmedizinische Betreuung nach DGVU Vorschrift 2 die berufsgenossenschaftlichen Grundsatzuntersuchungen?

  • Dieses ist abhängig von der Berufsgenossenschaftszugehörigkeit zu ermitteln.

    Manche Berufsgenossenschaften lassen nicht zu, dass Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der zu erbringenden Einsatzzeit geleistet werden.

10. Welche Betriebseinrichtungen sind prüfungspflichtig?

  • Grundsätzlich sind alle Betriebseinrichungen einer Prüfung zu unterziehen.

    Dies gilt sowohl für ohnehin schon prüfpflichtige Betriebseinrichtungen, Brandschutzeinrichtungen oder Flurförderfahrzeuge als auch für zur Verfügung gestellte Arbeitsmittel und Maschinen auf Grund von Unfallverhütungsvorschriften oder der Betriebssicherheitsverordnung.

11. Sind meine Mitarbeiter bei geschäftlichen Fahrten generell versichert?

  • Mitarbeiter sind bei allen Fahrten, die in Zusammenhang mit ihrer gewerblichen Tätigkeit stehen, über die Berufsgenossenschaft unfallversichert.

    Aber Achtung:

    Umwege oder Fahrten, die privater Natur sind, unterliegen nicht dem Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft!